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Hochbeet befüllen: Schichten, Erde, Bepflanzung
Kurz: Von grob nach fein, in vier Schichten — Äste unten, dann Laub und Grünschnitt, dann Kompost, oben Erde. Die unteren Schichten verrotten über Jahre, halten das Beet warm und liefern Nährstoffe; nur die oberste Schicht musst Du kaufen. Und ein Gitter gegen Wühlmäuse gehört vor allem anderen hinein.
Warum überhaupt schichten?
Ein Hochbeet ist im Kern ein Komposthaufen mit Rahmen. Die groben Schichten unten lassen Luft hinein, das organische Material verrottet, und dabei entsteht Wärme — das ist der Grund, warum im Hochbeet alles zwei bis drei Wochen früher wächst als im Beet daneben. Wer den Kasten einfach mit gekaufter Erde füllt, hat ein sehr teures, kaltes Beet, das genauso absackt, nur ohne den Nährstoffgewinn. Die Schichtung ist also kein Sparprogramm, sondern der Sinn der Sache.
Die vier Schichten
- Wühlmausgitter. Zuerst kommt engmaschiger, verzinkter Draht (Maschenweite höchstens 13 Millimeter) auf den Boden, an den Wänden hochgezogen. Ohne ihn frisst die Wühlmaus im zweiten Jahr die Möhren von unten. Ein Vlies gegen Unkraut ist dagegen nicht nötig — die Schichten ersticken es ohnehin.
- Grobschicht, 20–30 cm. Äste, Zweige, Strauchschnitt, grob gehäckseltes Holz. Das ist die Drainage und die Luftzufuhr. Nicht: Nadelholz in großen Mengen (versauert), Walnusslaub und -holz (hemmt das Wachstum), behandeltes Holz.
- Grünschicht, 15–20 cm. Laub, Grasschnitt, Staudenschnitt, Gemüseabfälle, umgedrehte Grassoden. Grasschnitt nur dünn und gemischt, sonst verklebt er. Diese Schicht liefert den Stickstoff, mit dem die Grobschicht darunter verrotten kann.
- Kompostschicht, 15–20 cm. Halbreifer Kompost oder gut abgelagerter Mist (Pferd, Rind). Er bringt die Bodenlebewesen mit, die das Ganze in Gang setzen. Frischer Mist gehört nicht hinein — er verbrennt die Wurzeln.
- Erdschicht, 20–30 cm. Reifer Kompost mit Gartenerde gemischt, oder fertige Hochbeeterde. Das ist die Schicht, in der die Wurzeln leben; sie darf nicht dünner als 20 Zentimeter sein, sonst stoßen Möhren und Sellerie auf halb verrottetes Laub.
Jede Schicht leicht antreten und wässern, bevor die nächste kommt. Wer das Beet im Herbst befüllt, hat den Vorteil, dass es sich über den Winter setzt und im Frühjahr nur noch aufgefüllt werden muss.
Mengen: Was Du kaufen musst und was nicht
Die unteren drei Schichten kosten nichts, wenn Du Gartenschnitt und Laub sammelst — ein Herbst reicht meist. Fehlt Material, hilft der kommunale Kompostplatz oder das Gartencenter mit Rindenmulch und Häcksel als Ersatz für die Grobschicht. Kaufen musst Du die Erde: Länge × Breite × Höhe der obersten Schicht. Für ein Standardbeet von 2 × 1 Metern und 25 Zentimetern Erde sind das 500 Liter, also zehn 50-Liter-Säcke. Achte auf torffreie oder torfreduzierte Erde — das Angebot ist inzwischen groß, und der Unterschied im Beet ist nicht zu merken.
Das Absacken ist kein Fehler
Im ersten Jahr sinkt die Füllung um 10 bis 20 Zentimeter — die Grobschicht verrottet und schrumpft dabei. Das ist so gewollt. Jedes Frühjahr füllst Du mit Kompost und Erde nach; nach fünf bis sieben Jahren ist die Rotte durch, die Wärme bleibt aus, und das Beet wird einmal ausgeräumt und neu geschichtet. Die alte Füllung ist dann bester Kompost für den übrigen Garten.
Bepflanzung nach Jahren
Ein frisch geschichtetes Beet ist im ersten Jahr sehr nährstoffreich — und zwar so sehr, dass Salat und Spinat Nitrat anreichern würden. Deshalb im ersten Jahr Starkzehrer: Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohl, Sellerie, Lauch. Im zweiten und dritten Jahr Mittelzehrer: Möhren, Salat, Spinat, Zwiebeln, Rote Bete, Mangold. Ab dem vierten Jahr Schwachzehrer: Kräuter, Erbsen, Bohnen, Radieschen. So folgt die Bepflanzung dem sinkenden Nährstoffgehalt, ohne dass Du düngen musst. Wer lieber gemischt pflanzt, hält sich an das Prinzip: Was viel frisst, steht in der Mitte; was wenig braucht, an den kühleren Rand.
Wässern: die eine Schwäche
Hochbeete trocknen schneller aus als Bodenbeete, weil sie von allen Seiten Luft bekommen. Im Sommer heißt das täglich gießen, und zwar durchdringend — ein Tropfschlauch unter Mulch spart hier viel Zeit. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit und füttert nebenbei die Regenwürmer.
Häufige Fragen
- Womit befülle ich ein Hochbeet?
- In Schichten von grob nach fein: unten Äste und Strauchschnitt, darüber Laub und Grasschnitt, dann halbreifer Kompost oder Mist, oben 20 bis 30 Zentimeter reife Gartenerde oder Hochbeeterde. Ganz unten ein engmaschiges Drahtgitter gegen Wühlmäuse.
- Wie viel Erde brauche ich für ein Hochbeet?
- Rechne Länge mal Breite mal Höhe der obersten Schicht: Für ein Beet von 2 × 1 Meter mit 25 Zentimetern Erde sind das 500 Liter, also zehn 50-Liter-Säcke. Die Schichten darunter kosten nichts — Äste, Laub und Kompost fallen im Garten an.
- Warum sackt mein Hochbeet ab?
- Weil die groben Schichten verrotten und dabei schrumpfen. Im ersten Jahr sind 10 bis 20 Zentimeter Absacken normal. Im Frühjahr einfach mit Kompost und Erde auffüllen. Nach fünf bis sieben Jahren ist alles zu Erde geworden — dann wird das Beet einmal ganz neu geschichtet.
- Was pflanze ich im ersten Jahr ins Hochbeet?
- Starkzehrer, die den Nährstoffschub aus den verrottenden Schichten nutzen: Tomaten, Zucchini, Gurken, Kohl, Kürbis, Sellerie. Im zweiten und dritten Jahr Mittelzehrer wie Möhren, Salat, Spinat, Zwiebeln; ab dem vierten Jahr Schwachzehrer wie Kräuter, Erbsen und Bohnen.
- Kann ich Rasenschnitt ins Hochbeet geben?
- Ja, in dünnen Lagen und mit Laub oder Häcksel gemischt. Eine dicke, nasse Schicht Grasschnitt verklebt, fault und stinkt statt zu verrotten.
Jungpflanzen für das erste Hochbeetjahr gibt es ab April in der Gärtnerei — dort aus eigener Anzucht und an das örtliche Klima gewöhnt. Und wer im Herbst befüllt, hat im Winter Zeit, sich um den Balkon zu kümmern: winterharte Kübelpflanzen.